Haarpflege ohne Silikone

Liste von silikonfreien Haarpflegeprodukten

Author

Dr. Lisa Dinh

Lesedauer: 4:30 min

Letzte Änderung: 08.03.2020.

Ein herrliches Gefühl! Wie durch Zauberhand hat die ausgiebige Dusche die leicht fettigen und spröden Haare in eine sanft-weiche und strahlende Mähne verwandelt. Doch was sich kurz wie purer Luxus anfühlt, entpuppt sich nach und nach als Mogelpackung. Der Glanz ist bereits nach 1-2 Tagen verschwunden. Das Haar fühlt sich mit der Zeit immer trockener oder fettiger an. Das Shampoo wirkt nur noch wie ein Tropfen Wasser auf heißem Stein.

An dieser Stelle ist es ratsam, die Haarwasch-Routine zu überdenken. In vielen Fällen heißt der Übeltäter nämlich „Silikon“, welcher sich gekonnt um die Haarstruktur windet und das gepflegte Ergebnis bloß vortäuscht. Die Lösung: Eine silikonfreie Haarpflege!

Der „scheinbare“ Nutzen von Silikonen in Shampoo

Es hat durchaus seine Gründe, warum die Kosmetik-Industrie so sehr auf Silikon steht. Der Inhaltsstoff versteht es, die Haare mit nur einer Anwendung so weich und gepflegt erscheinen zu lassen wie kaum eine andere Substanz. Ganz besonders der Glanz-Effekt ist atemberaubend und macht im wahrsten Sinne des Wortes „süchtig“.

Der Vergleich mit einer Droge ist zwar übertrieben, dennoch zeigt er recht deutlich, wie Silikon in Wirklichkeit arbeitet. Der chemische Stoff tut nämlich nichts weiter, als sich wie ein Film um die Haarstruktur und um die Haut zu legen. Dadurch werden kleine Brüche in gewisser Weise übermalt und das Haar fühlt sich sofort viel gesünder an. Des Weiteren hat Silikon eine reflektierende Eigenschaft, wodurch der intensive Glanz-Effekt zustande kommt. Doch: Während auf der Oberfläche alles wunderbar aussieht, gehen im Hintergrund Prozesse vor sich, die die Haarstruktur von innen krankwerden lassen – ähnlich wie bei einer Droge…

Warum ist Silikon so schädlich?

Vorab können wir sagen, dass die einmalige Anwendung kein Weltuntergang ist. Wer für einen besonderen Termin umwerfend aussehen möchte, darf gerne die Wirkung des Silikons nutzen. Problematisch wird es allerdings, wenn Silikon-Shampoo regelmäßig oder gar täglich zum Einsatz kommt. In diesem Fall wird das Haar dauerhaft von dem künstlichen Film umhüllt, der ein natürliches Atmen verhindert. Sowohl der Kopfhaut, als auch dem Haar wird die Aufnahme von Sauerstoff verwehrt und biologische Rückstände wie Schuppen, Bakterien usw. können trotz einer Dusche nicht mehr abgetragen werden. Während die äußere Schicht versiegelt ist, frisst sich das Haar von innen selbst auf und trocknet aus.

Doch es wird noch tückischer. Denn durch den Silikonfilm wird der Haut und der Haaroberfläche ein Schutz vorgetäuscht, sodass die natürliche Produktion schützender Fette (Lipide) aus dem Gleichgewicht kommt. Das Ergebnis: Die Haare werden nach der Behandlung immer schneller extrem trocken oder extrem fettig. Wer jetzt nicht aufpasst, mündet in einen Teufelskreis. Denn je ungepflegter die Haare im Laufe der Zeit werden, desto größer wird das Verlangen nach „mehr Silikon-Shampoo“. Es droht ein langfristiger Haarschaden, da eine einmal zerstörte Lipidproduktion enorm viel Zeit braucht, bis sie sich wieder erholt und normalisiert hat.

Silikon ist giftig

Ganz abgesehen davon ist Silikon als chemische Substanz alles andere als vorteilhaft für unseren Organismus. Sie gehört zu den synthetischen Polymeren und wird aus Erdöl gewonnen. Bei einer warmen Dusche, wenn sich Haut- und Haarporen öffnen, haben die schädlichen Silikonmoleküle ein leichtes Spiel, die Kopfhaut zu passieren. Zusammengefasst ist Silikon aus folgenden Gründen zu vermeiden:

  • Haare trocknen von innen aus
  • Haut und Haare werden vom natürlichen Sauerstoffaustausch abgehalten
  • Körpereigene Lipidproduktion für den natürlichen Schutz kommt aus dem Gleichgewicht
  • Silikon ist eine giftige chemische Substanz
  • Silikon ist umweltschädlich, da nicht biologisch abbaubar

Die Alternative: Natur- und Biokosmetik für die Haare

Selbstverständlich ist es besser, gar nicht erst mit einem Silikonshampoo in Kontakt gekommen zu sein und direkt zu einem Natur-Shampoo ohne Silikon zu greifen. Allgemein steht nämlich jeder Inhaltsstoff auf Mineralölbasis in der Naturkosmetik auf der roten Liste – sie sind verboten.

Zwar wird ein Natur-Shampoo keinen so starken Glanz-Effekt wie das silikonhaltige Shampoo haben, dafür aber bekommen die Haare eine vollkommen natürliche und sanfte Pflege, welche nicht in die biologischen Prozesse eingreift bzw. sie sogar unterstützen kann.

Natur-Shampoos werden in der Regel mit pflegenden Ölen angereichert und sind obendrein von allen weiteren chemischen Substanzen befreit. Nicht nur Silikon, sondern auch Farb-, Duft- oder Konservierungsstoffe sucht man hier vergebens.

Silikonfreies Shampoo mit „Silikon-Glanz-Effekt“ selber machen

Wer vollends auf Natur zurückgreifen und ganz genau wissen will, welche Inhaltsstoffe das Shampoo enthält, kann sich auch sein eigenes Haarpflegeprodukt herstellen. Die Rezeptur für ein glanzvolles und volumenstarkes Shampoo ist denkbar einfach:

  • 1 Eigelb
  • 1 EL Rum
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1 EL Bier (optional für mehr Festigkeit)

Einfach alles verrühren und während der Dusche bzw. Haarwäsche wie ein Shampoo verwenden, kurz einwirken lassen und anschließend gründlich ausspülen.

Hinweis: Mit Übergangszeit rechnen

Wichtig zu wissen ist, dass wer von einer Silikonshampoo-Routine auf Naturkosmetik umsteigen möchte, mit einer gewissen Übergangszeit rechnen darf. Alte Silikonreste müssen entfernt werden und das Haar muss ich wieder an die Selbstversorgung gewöhnen. In dieser Zeit kann der gewohnte Glanz etwas auf der Strecke bleiben, dafür wird das Haar jedoch wieder von Innen gekräftigt und strahlt mit der Zeit immer mehr. Um den Prozess zu verkürzen, lohnt sich die Hinzunahme spezieller Haaröle wie zum Beispiel Kokosöl oder Sesamöl. Diese helfen beim Abtragen und versorgen das Haar mit einer angenehmen Feuchtigkeit ohne verstopfend zu wirken.

Kaufguide: Silikonfreies Shampoo finden – Vorsicht bei diesen Inhaltsstoffen!

Auf der Suche nach einem silikonfreiem Shampoo gibt es durchaus einige Stolpersteine. Denn nicht immer ist Silikon gleich Silikon. Es lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe der Shampoo-Packung zu schauen. Folgende Begriffe sind Synonyme oder chemische Bezeichnungen für und mit Silikon und sollten daher ebenfalls vermieden werden.

  • Dimethicone
  • Trimethicone
  • Methicone
  • Polysiloxane
  • Amodimethicone
  • Orientierung: alle Begriffe mit „-silocxane“ und „-methicone“

Fazit

Silikonfreie Haarpflege ist gar nicht so schwer wie man meint. Entweder man greift zu Bio- und Kosmetikshampoo bzw. Spülungen (werden in der Regel mit „silikonfrei“ deklariert) oder man stellt sich sein eigenes Shampoo her. Beim Kauf gilt es besonders darum, nicht in die Falle zu treten und ein Shampoo zu kaufen, das mit chemischen Abwandlungen von Silikon versehen ist.