Creme ohne Parabene

Liste von parabenfreien Cremes

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Dr. Lisa Dinh

Lesedauer: 5:48 min

Letzte Änderung: 08.03.2020.

Gesichtscreme benutzt fast jeder von uns im Alltag. Gesichtscremes pflegen nicht nur unsere Gesichtshaut, sondern sind meistens auch eine passende Unterlage für das kommende Make-up.

Bei der großen Auswahl, die man in der Drogerie hat, kann es einem selbst jedoch schwer fallen, die richtige Kaufentscheidung zu treffen. Parabene und andere Zusatzstoffe können zudem die Haut langfristig belasten.

Was bewirken Parabene in Gesichtscreme?

Kosmetika, wie Gesichtscremes, sind schon seit einer gewissen Weile mit verschiedenen Zusatzstoffen u.a. Parabenen versehen. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich. Manche Zusatzstoffe sind unter anderem dafür zuständig, die Haare und Haut geschmeidiger und, wie die Parabene, die Pflegeprodukte haltbarer zu machen. Die Parabene selbst, verfügen über eine antimikrobielle und fungizide Wirkung und sind daher auch in der Pharmaindustrie häufig aufzutreffen.

Diese Wirkung soll nach Anbruch der Packung, die Keim- und Pilzbildung im Produkt verhindern. Dies ist gerade für die Schönheitsindustrie von wichtiger Bedeutung, da sie auch Interesse daran haben, dass ihre eigenen Produkte wie Cremes auch nach Anbruch lange haltbar bleiben. In der Wissenschaft bezeichnet man Parabene auch als Ester mit para-Hydroxybenzoesäure. Ester sind eine eigene chemische Stoffgruppe und können sich aus organischen und anorganischen Verbindungen heraus bilden.

Um die negativen Effekte von Parabenen zu verstehen, müssen wir uns deren Struktur genauer anschauen. Die Struktur von Parabenen ähnelt der Struktur des weiblichen Sexualhormons Östrogen besonders. Parabene werden normalerweise bei Kosmetika über die Haut aufgenommen und dann weiter absorbiert. Aus diesem Grund befürchten viele Kritiker, dass der natürliche Hormonhaushalt durcheinander gebracht werden kann. Zudem muss man auch wissen, dass Parabene nicht gleich Parabene sind. Es gibt unterschiedliche Arten von Parabenen, die auch eine unterschiedlich intensive Wirkung auf den menschlichen Hormonhaushalt haben können. Hierzu gehören zum Beispiel auch Isopropyl-, Isobutyl-, Pentyl-, Benzyl- und Phenylparaben. Diese Parabene wurden wegen ihrer hormonähnlichen Struktur und Funktion im gesamten EU-Raum verboten.

Es gibt aber auch Parabene, die nur eine sehr geringe bis gar keine hormonelle Wirkung besitzen. Hierzu gehören zum Beispiel "Methylparaben" und "Ethylparaben". Untersuchungen haben ergeben, dass diese beiden Parabene nur eine sehr geringe hormonelle Aktivität aufweisen. Deswegen sind diese beiden Parabene auch besonders häufig in Kosmetika wiederzufinden.

Um die hormonelle Wirkung zu erforschen, wurden in der Vergangenheit auch Versuche mit Ratten durchgeführt, die belegt haben, dass diese Befürchtungen nicht unbegründet sind. Bei diesen Versuchen hat man festgestellt, dass die Parabene bei den männlichen Ratten zu einem gesenkten Testosteronspiegel geführt haben. Die Verringerung von gesunden Spermien war ebenfalls eine Folge von zu viel Parabenen, die die männlichen Ratten aufgenommen haben. Auch bei den weiblichen Ratten, konnte man eine Veränderung durch die vermehrte Aufnahme von Parabenen feststellen. Hierzu gehört zum Beispiel das Anwachsen des Uterus. Bei den Versuchen wurde ebenfalls deutlich, dass es die Menge an Parabenen ist, die den großen Unterschied macht.

Warum sind Parabene in der Gesichtscreme schädlich?

Dass Parabene besonders häufig in Gesichtscreme eingesetzt werden, wird den meisten Menschen bereits seit längerem bekannt sein. Doch Parabene sind in den letzten Jahren immer häufiger in die Kritik gekommen. Warum ist das eigentlich so und welche schädliche Wirkung können Parabene in Gesichtscreme und anderen Kosmetika wirklich haben?

Am häufigsten sorgen Parabene für Hautirritationen oder gar allergische Reaktionen. Natürlich ist geregelt, dass in der EU alle Konservierungsstoffe wissenschaftlich bewertet werden, bevor sie in den Anhang der EU-Kosmetikverordnung aufgenommen werden können. Wenn es diese Untersuchung nicht gibt, kann dieser Stoff auch nicht auf den Markt gebracht werden. Und wie bereits erwähnt, sind ja auch einige Parabenableger in der EU nicht erlaubt. Erlaubt bedeutet jedoch nicht unbedingt auch, dass es verträglich ist. Zumal jeder eine andere Haut hat und die Gesichtshaut mit Abstand die empfindlichste Hautpartie ist.

Da über die Haut die Inhaltsstoffe in den Körper gelangen können, kann es, wie bereits erwähnt, zur Veränderung im Hormonhaushalt kommen. Parabene werden auch in Zusammenhang mit Krebserkrankungen gebracht. So hat zum Beispiel eine britische Studie im Jahre 2004 herausgefunden, dass Deodorants, die Parabene enthalten, Tumore fördern können. Forscher publizierten in den Ergebnissen der Studie, dass Parabene im Blut nachgewiesen werden konnte. Man muss jedoch auch betonen, dass diese Studie von vielen Zeitungen, unteranderem auch der BfR sehr kritisch betrachtet wurde.

Auch wenn die hormonelle Aktivität in handelsüblichen Parabenen nur sehr minimal wiederzufinden ist, bedeutet dies nicht sofort, dass Parabene direkt ungefährlich sind. Das Problem ist nämlich, dass sich Parabene in erlaubten Mengen in fast allen Kosmetikprodukten wiederfinden. Diese Produkte werden in der Regel nacheinander angewendet und bringen alle ihre kleine unbedenkliche Menge an Parabenen mit. Das summiert sich. Aus diesem Gesichtspunkt kann es sich lohnen nach parabenfreien Alternativen zu suchen. Es gibt nämlich mittlerweile andere natürliche Stoffe mit denen man seine Kosmetika keimfrei halten kann, ohne dabei auf Parabene zurückgreifen zu müssen.

Parabenfreie Gesichtscremes erkennen

Im Gegensatz zu anderen Konservierungsstoffen wie zum Beispiel Silikonen, kann man Parabene in Produkten relativ einfach erkennen. Wie schon erwähnt gibt es viele unterschiedliche Arten von Parabenen. Alle von ihnen kann man mit der Endung ,,paraben” erkennen. Der Anfang kann dabei immer unterschiedlich sein.

Da Parabene in den letzten Jahren immer umstrittener geworden sind, kennzeichnen Hersteller von Naturkosmetik ihre parabenfreie Produkte auch dementsprechend. Und auch Produzenten ohne Schwerpunkt in Naturkosmetik, geben dem Wunsch nach Gesichtscreme ohne Parabene inzwischen vermehrt nach. Nicht immer ist dies mit einem extra großen Vermerk direkt erkennbar. Es kann sich also immer lohnen, noch einen Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen, bevor man das Produkt in den Warenkorb legt.

Wie belasten Parabene die Umwelt?

Kosmetika und die Umwelt stehen in einer untrennbaren Beziehung zueinander. Früher oder später wird jedes Kosmetikprodukt abgewaschen und gelangt ins Abwasser. Wie sieht es eigentlich mit Parabenen aus? Können sie die Umwelt auch belasten? Auch hier können wieder die Menge und das Produkt den Unterschied machen. Wenn man eine Gesichtscreme mit Parabenen benutzt, ist die Umweltbelastung noch relativ klein. Zumal ein Großteil der Creme über den Tag einwirkt und einzieht. Bei der Anwendung von Gesichtscreme mit Parabenen geht immer ein Teil der Parabene wieder ins Abwasser. Für die lebenden Tiere im Meer oder im Fluss sind diese Parabene genauso schädlich wie für den Menschen, vor allem die hormonell wirksamen natürlich. Und wenn diese Tiere dann noch der Nahrungskette zugeführt werden, dann kommen die Parabene auf anderen Wegen zu den Menschen zurück und man konsumiert sie quasi zwei Mal. Wer also auf parabenfreie Gesichtscreme umsteigt, tut nicht nur sich selbst einen Gefallen, sondern auch der Umwelt.

Sind alle parabenfreie Gesichtscremes gleich?

Die Antwort auf diese Frage lautet: ,,Nein”. Genauso unterschiedlich, wie normale Kosmetikprodukte sein können, genauso verschieden können auch parabenfreie Gesichtscremes sein. Gerade bei parabenfreien Gesichtscremes empfiehlt es sich, ein bisschen genauer hinzuschauen. Die Hersteller ersetzen die Parabene nämlich oftmals durch andere Konservierungsstoffe, um ihre Cremes weiterhin keimfrei zu halten. Die meisten Konservierungsstoffe sind dabei unbedenklich wie zum Beispiel Phenoxyethanol. Es gibt aber auch Konservierungsstoffe, die genauso schädlich sein können. So wurde bei einem namhaften Hersteller zum Beispiel die Parabene durch Methylisothiazolinon ersetzt. Auch der Stoff löst Allergien aus. Deswegen muss eine parabenfreie Gesichtscreme nicht wirklich besser verträglich sein, als eine parabenhaltige Creme.

Die anderen Inhaltsstoffe in der Gesichtscreme sind natürlich genauso wichtig und sollten ebenfalls mit betrachtet werden. Eine gute Alternative ist meistens die Naturkosmetik, da hier auf natürliche Konservierungsstoffe zurückgegriffen wird, die den Hormonhaushalt des Menschen kaum bis gar nicht beeinflussen.